PRESSEMITTEILUNG
Nach der Razzia: Richtigstellung der Vorwürfe, Faktenlage und Hilfsangebot für Betroffene
Augsburg, 05.02.2026 – Nach der Razzia im City Club und den darauffolgenden Medienberichten sieht sich das Team des City Clubs veranlasst, den dargestellten Sachverhalten entschieden entgegenzutreten, Falschinformationen zu korrigieren und die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes infrage zu stellen.
Unsere Haltung als vielfältiger Kulturort
Der City Club ist seit über 10 Jahren ein fester Bestandteil der Augsburger Kulturlandschaft mit einer geschätzten Frequenz von rund 45.000 Besucher*innen pro Jahr. Für unsere Gäste möchten wir ein möglichst sicherer Ort (safer space) sein, in dem sie sich bei jeglichen Veranstaltungen wohlfühlen können. Neben verschiedensten Awareness-Maßnahmen und einer Null-Toleranz Politik zu jeglicher Form von Diskriminierung, Gewalt oder übergriffigem Verhalten, gehört zu einem sicheren Ort für uns auch: Null Toleranz beim Umgang mit illegalen Betäubungsmitteln. Dafür tragen wir Sorge, indem unsere geschulten Türsteher*innen in regelmäßigen Abständen mehrmals am Abend die Veranstaltungsräumlichkeiten kontrollieren. Wer dabei beim Konsum von Drogen erwischt wird, wird des Hauses verwiesen. Wer im Verdacht steht, Handel zu treiben, erhält ein sofortiges Hausverbot.
Richtigstellung der Vorwürfe und der verzerrten Berichterstattung
Aufgrund der aktuellen Berichterstattung der Polizei, halten wir die Klarstellung einiger Angaben, welche zunehmend durch Medien aufgegriffen werden, für notwendig.
Die Darstellung der Polizei, dass bei uns offener Drogenkonsum toleriert werden würde, ist falsch. Martina Sulzberger, Anwältin des Geschäftsführers, widerlegt diese bereits gegenüber dem BR: "Die Behauptung, es sei mehrfach direkt vom Tresen Kokain geschnupft worden, widerspricht den eigenen Ermittlungsergebnissen der Polizei. In den Akten findet sich über einen Zeitraum von einem Jahr nur eine einzige Beobachtung. Wäre dies dem Personal aufgefallen, wäre der Gast sofort verwiesen worden."
Ebenso möchten wir die Darstellung eines "Konsum-Ufos", wie von den Ermittlern gegenüber dem Bayerischen Rundfunk betitelt, richtigstellen. Es handelt sich lediglich um eine Rauminstallation, welche sich neben dem Garderobenbereich im Club unter der Decke befindet und durch eine verschraubte Stahltreppe zugänglich war. Aufgrund ihrer Form erhielt sie den Namen "Ufo". Bereits vor der Corona-Pandemie wurde das "Ufo" wegen Bedenken bezüglich des Brandschutzes geschlossen. Seither dient es als Lagerort für Bühnen- und Technikequipment. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen des Clubs im August 2025 wurde das "Ufo" baulich so geöffnet, dass es nicht geschlossen, und von allen Seiten – insbesondere von der Bar aus – einsehbar ist. Danach wurde es für wenige Veranstaltungen im Winter 2025 geöffnet. Das Team entschloss sich Mitte Dezember dazu, das "Ufo" ganz zu schließen, um eine dauerhafte und sichere Kontrolle gewährleisten zu konnte. Ein Zugang zu dem "Ufo" war zum Zeitpunkt der Razzia, genauso wie in den Wochen davor, nicht möglich.
Des Weiteren möchten wir auf die hinter dem Tresen sichergestellte Feinwaage eingehen. Dabei handelt es sich um handelsübliches Barista-Zubehör zur Feinregulierung der Mahlmaschine. Diese befand sich zum Zeitpunkt der Durchsuchung in einer Schublade mit Kaffee- und Maschinenreinigungszubehör.
Zu den laut Polizei aufgefundenen Substanzen liegen uns derzeit keine genauen Informationen vor. Aktuell gehen wir davon aus, dass es sich bei vielen der laut Polizei eingeleiteten Ermittlungsverfahren um Anzeigen gegen Unbekannt handelt. Der Geschäftsführer der BlauSky GmbH, Sebastian Demmer, kann bestätigen, dass keine der gefundenen Betäubungsmittel ihm oder der BlauSky GmbH zugeordnet wurden – "und so wird es auch bleiben".
Zur BlauSky GmbH und den Ermittlungen gegen ihren Geschäftsführer
Auch zu Sebastian Demmer, der BlauSky GmbH und den im Zuge des Polizeieinsatzes durchsuchten Räumlichkeiten möchten wir eine klare Faktenlage schaffen. Demmer (38) ist seit 2013 Gründer und Betreiber des City Clubs Augsburg, rechtlich repräsentiert durch die BlauSky GmbH. Der Durchsuchungsbefehl, welcher der Razzia von Samstag zugrunde liegt, richtet sich an ihn als Person.
Bei den Räumlichkeiten, die am 31.01.2026 von den Einsatzkräften gestürmt wurden, handelt es sich auch – aber nicht nur – um Räumlichkeiten der BlauSky GmbH. Vor allem das Haus in der Konrad-Adenauer-Allee 9 stand dabei im Fokus der Beamt*innen. Hierbei handelt es sich um einen vielfältigen Kulturstandort, der von mehreren Institutionen, aber auch Privatpersonen genutzt wird.
Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich das City Club Café mit Restaurant-Betrieb. Im Ersten Stock wird ein Club betrieben, auch Theatervorführungen, Workshops oder Konzerte finden hier regelmäßig statt. Im zweiten Stockwerk befinden sich Büros und Backstage-Bereiche des Clubs, sowie vertraglich geregelte, untervermietete Musik- und Designstudios. Diese drei Stockwerke sind allesamt Räumlichkeiten, welche von der BlauSky GmbH gemietet werden, ebenso der fünfte Stock, mit Künstler*innenwohnungen für Gäste der Kultureinrichtung.
Das dritte Stockwerk wird vom theter ensemble e.V. als Vereinsräumlichkeit separat gemietet. Im Rahmen des Einsatzes am Samstag wurden auch diese grundlos aufgebrochen und durchsucht.
Gleiches gilt für die Geschäftsräume, Ateliers und Werkstätten im 4. Stock, die ebenfalls nicht von der BlauSky GmbH gemietet werden. Auch diese wurden aufgebrochen und durchsucht, trotz einer klaren Beschriftung der Türen und dem Hinweis von anwesenden Mieter*innen, dass kein Durchsuchungsbeschluss für diese Räume vorliegt.
Neben dem Kulturort in der Konrad-Adenauer-Allee fand die Razzia auch in der Wohnung des Geschäftsführers inklusive der Zimmer der Mitbewohner*innen statt. Auch die Lagerräume und die Werkstatt, die die BlauSky GmbH auf dem ehemaligen Gelände der Augusta-Brauerei als Untermieterin nutzt, wurden durchsucht.
Die Einsatzkräfte verschafften sich ebenfalls gewaltsamen Zutritt zum angrenzenden Fahrradladen und zu dem Büro des Vermieters auf dem Gelände. Dies geschah trotz detaillierter Lagebeschreibung von Lager und Werkstatt und die aktive Aushändigung sämtlicher Schlüssel durch Sebastian Demmer.
Zweifel an der Verhältnismäßigkeit
Wir möchten an dieser Stelle deutlich klarstellen: Auch wir dulden in unseren Räumlichkeiten weder den Konsum von illegalen Rauschmitteln, noch den Verkauf von Drogen. Fakt ist jedoch, wie Sebastian Demmer sagt: "Ein Club ist ein Spiegel der Gesellschaft. Dass an Orten der Kultur und des Nachtlebens – wie überall in der Gesellschaft – Drogen konsumiert werden, ist eine Realität, der wir mit strengen Kontrollen begegnen, die wir aber als Betreiber nie zu 100 % verhindern können. Dies als systematisches Dealen auszulegen, entbehrt jeder Grundlage".
Polizeiliche Untersuchungen bis hin zu Razzien sind ein legitimes Mittel des Rechtsstaates. Als vollkommen unverständlich und nicht legitimierbar empfinden wir jedoch die Art und Weise, in der diese Razzia am Samstag abgelaufen ist, sowie die darauf folgende Kommunikation von Seiten der Polizei. Der Einsatz lässt bei unseren Mitarbeiter*innen Unsicherheit und Angst vor weiteren, gewaltvollen, polizeilichen Maßnahmen zurück. Wie aus Berichten von Gästen hervorgeht, sind viele von ihnen geschockt, traumatisiert und angsterfüllt. Die Privatsphäre und Grundrechte der Menschen, die an diesem Abend im Haus festsaßen, waren plötzlich nicht mehr, was sie sein sollten: unantastbar.
Das Vertrauen zur Polizei ist bei vielen seitdem stark beschädigt. Dabei braucht es in der Kulturszene und in Bayern unserer Meinung nach dringend das Gegenteil: Statt harter Repression benötigen Veranstalter*innen Hilfe und Kooperation, und Menschen benötigen sichere Räume, in denen Kultur geschaffen und gelebt werden kann.
Eure Solidarität trägt uns – Danke!
Dass von vielen Seiten der Gesellschaft und der Kulturbranche genau diese Kooperation und Unterstützung angeboten wird, stimmt uns in den letzten Tagen aber auch sehr dankbar. Zahlreiche Gäste und Freund*innen des City Clubs haben uns auf verschiedenste Wege ihre Solidarität bekundet oder uns in den letzten Tagen unterstützt. Auch Politiker*innen und Kulturschaffende, darunter Grünen-Politikerin Claudia Roth, Kulturreferent Jürgen Enniger oder Pop-Kulturbeauftragte Maria Trump, die sich kritisch zur Art des Einsatzes geäußert, oder ihre Solidarität mit dem Kulturort bekundet haben. Dies zeigt, dass der City Club als wichtiger kultureller Ankerpunkt der Stadt wahrgenommen wird.
Abschließende Worte
Sebastian Demmer zieht Bilanz: „Dieser Einsatz war für mich nicht nur ein Angriff auf mich als Person oder als Geschäftsführer. Ich empfinde dies als einen gezielten Schlag gegen die gesamte alternative Kulturszene in Augsburg. Ich bin zutiefst empört über die unverhältnismäßige Härte des Vorgehens und die Art und Weise, wie unsere Gäste behandelt wurden.
Besonders fassungslos macht mich die öffentliche Darstellung. Die Pressemitteilungen der Polizei und die daraus resultierende Berichterstattung zeichnen ein Bild, das in weiten Teilen nicht unserer Wahrnehmung und der Wahrnehmung von unseren Gästen an dem Abend entspricht.
Ich bin nach wie vor erschüttert über die Ereignisse. Doch gleichzeitig merken wir gerade jetzt, wie extrem groß der Rückhalt ist. Die Unterstützung und Solidarität, die wir intern vom Team und extern von Gästen, der Politik und der Kulturszene erfahren, stimmen mich positiv. Diese Kraft nehmen wir mit. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir machen weiter.“
Wir sind für euch da
Wir möchten auch weiterhin ein Ort sein, an dem Menschen sich sicher fühlen. Es trifft uns zutiefst, dass wir für so viele Menschen genau das am Samstag nicht sein konnten. Uns ist bewusst, dass einige Gäste durch den Einsatz nachhaltig traumatisiert wurden und bei vielen Bedarf für Austausch ist. Wir möchten euch damit auf keinen Fall allein lassen.
Zusammen mit dem "Awareness-Kollektiv" stehen wir als Ansprechpartner*innen zur Verfügung, um das Erlebte aufzuarbeiten. Zudem haben sich auch professionelle psychologische Berater*innen bereit erklärt, Gespräche und weitere Hilfe für Betroffene anzubieten.
Solltet ihr diese in Anspruch nehmen wollen, schreibt eine Mail an: awareness.kollektiv@gmail.com
Pressemeldung vom 03.02.2026, 18 Uhr
Update zum weiteren Vorgehen bezüglich der Razzia vom 31.01.2026
Seit Dienstagvormittag, dem 03.02.2026, liegen dem Betreiber des City Clubs und seiner rechtlichen Vertretung die polizeilichen Akten zum Großeinsatz vom 31.01.2026 vor.
Aus Sicht der Anwältin, Martina Sulzberger, dürften die zugrunde liegenden Ermittlungen und Ermittlungsergebnisse nicht ausreichen, um den Durchsuchungsbeschluss und die damit verbundene Razzia zu rechtfertigen. „Wir werden gegen den Durchsuchungsbeschluss nun rechtlich vorgehen“, so Sulzberger.
Bei der Razzia am Samstagabend, den 31.01.2026, hatten über 200 Einsatzkräfte das Haus in der Konrad-Adenauer-Allee 9 während des laufenden Betriebs gestürmt. Betroffen von dem Einsatz waren die Räumlichkeiten des City Clubs Augsburg – formal betrieben von der BlauSky GmbH – aber auch Räumlichkeiten von Privatpersonen und dem theter ensemble e.V..
Rund 150 Gäste, die sich zu diesem Zeitpunkt im Haus befanden, mussten teils über mehrere Stunden an Ort und Stelle verbleiben ohne dass ihnen eine Begründung dafür genannt wurde. Erst nach eingehenden Kontrollen aller Anwesenden – einschleißlich Leibesvisitationen – durften diese das abgesperrte Gelände nach und nach verlassen.
Das Team des City Clubs möchte sich hiermit auch nochmals direkt an alle Betroffenen der polizeilichen Maßnahmen wenden: Solltet ihr eure Erfahrungen in Form eines Gedächtnisprotokolls teilen können und wollen, schickt uns dieses bitte in PDF-Form an awareness@cityclubcafe.de . Eure subjektiven Erfahrungen können uns wahnsinnig dabei helfen die Situation besser einzuordnen. Zudem hat sich unser juristisches Team dazu bereit erklärt, zu überprüfen, ob bei einzelnen Personen Grundlage für ein weiteres rechtliches Vorgehen – soweit gewünscht – besteht.
Pressemeldung vom 2.2.2026
Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz im City Club Augsburg
Am Samstag, den 31.01.2026, kam es in den Räumlichkeiten des City Clubs sowie dem gesamten Haus in der Konrad-Adenauer-Allee 9 zu einem großangelegten Polizeieinsatz mit mehr als 200 Einsatzkräften. Den Ablauf und Umfang der Aktion verurteilen wir als Kollektiv und Betreiber*innen des City Clubs aufs Schärfste.
Gegen 20:40 wurde das Haus von mehreren Seiten von Einsatzkräften gestürmt. Gäste sowie Mitarbeitende wurden daraufhin über mehrere Stunden hinweg festgehalten, ohne dass ihnen hierfür eine Begründung genannt wurde. Ein Durchsuchungsbeschluss wurde den Mitarbeitenden an den Bars auch nach mehrmaligem Nachfragen zu keinem Zeitpunkt an dem Abend vorgelegt. Der Betreiber und eingetragene Geschäftsführer der blausky GmbH, welche den Club betreibt, erhielt erst am Ende des fünfstündigen Einsatzes einen Durchsuchungsbeschluss von der Staatsanwaltschaft.
Der Maßnahme lag der Vorwurf der Begehung von Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln zu Grunde.
Sebastian Demmer, der Geschäftsführer, sagt hierzu: "Ich habe mit dem Konsum, Besitz oder der Weitergabe von Drogen nicht zu tun. Auch in unseren Räumlichkeiten wird der Konsum von illegalen Betäubungsmitteln nicht geduldet."
Als vollkommen unverhältnismäßig und besorgniserregend wurden von Seiten des Clubs die Bedingungen eingestuft, unter denen sich einige der anwesenden Personen wiederfanden: Mehrere Gäste mussten sich über längere Zeit im Außenbereich aufhalten und durften diesen trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht verlassen. Schutzmaßnahmen wie Rettungsdecken wurden nicht bereitgestellt. Darüber hinaus berichten Betroffene von schmerzhaften körperlichen Zwangsmaßnahmen und entwürdigenden Situationen. Eine psychologische Betreuung wurde trotz erkennbarer Belastung einzelner Personen nicht angeboten. Sämtliche im Haus anwesende Personen wurden einzeln kontrolliert und mussten sich bis auf die Unterwäsche und teils darüber hinaus Leibesvisitationen unterziehen, bevor sie das Gelände verlassen durften. Auch hierfür wurde den Betroffenen kein Grund genannt. Bei der Durchsuchung des Hauses wurden mehrere Räume verwüstet. Trotz der von Anfang an erklärten Kooperationsbereitschaft von Seiten des Teams und dem Angebot Schlüssel für alle Türen und Schlösser zu bekommen, wurde sich zu allen Stockwerken und Räumen gewaltsam Zutritt verschafft, teils mit Rammböcken.
Besonders hervorzuheben ist, dass auch Stockwerke und Räume von Privatpersonen und Vereinen wie dem theter e.V. durchsucht wurden, welche nicht vom vorliegenden Durchsuchungsbeschluss erfasst waren und auch nicht der blausky GmbH zuzuordnen sind.
Demmer schildert den Ablauf wie folgt: "Ich habe mich direkt zu Beginn gegenüber einem Beamten als Geschäftsführer zu erkennen gegeben und angeboten, sämtliche Schlüssel zur Verfügung zu stellen. Trotz dieses Angebots wurden alle Räume gewaltsam geöffnet, wodurch ein riesiger, vermeidbarer Sachschaden entstanden ist."
Dieses Vorgehen wirft aus unserer Sicht erhebliche Fragen zur Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit des Einsatzes auf. Neben den psychischen Belastungen für Gäste und Mitarbeitende wird der Einsatz wohl auch gravierende wirtschaftliche Folgen haben. Am betroffenen Abend entstand durch den frühen Abbruch ein enormer Umsatzausfall. Am darauffolgenden Sonntag musste das Café geschlossen bleiben. Mitarbeitende sind unmittelbar vom Ausfall ihrer Arbeitszeit betroffen. Wie sich diese Situation langfristig auf den Betrieb auswirken wird, ist derzeit ungewiss. Als subkulturelle Institution, die – wie
viele andere Kulturstätten – unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen ohnehin schon ständig ums Überleben kämpfen muss, ist ein derart willkürlicher und gewaltvoller Einsatz eine außerordentliche, zusätzliche Belastung.
Wir möchten weiterhin Stellung beziehen zu den benannten "Beweismitteln" und "Festnahmen" im Pressebericht der Polizei: Es handelt sich bei den festgenommenen Personen weder um Mitarbeiter*innen, noch wurden Betäubungsmittel in den Räumlichkeiten des Clubs sichergestellt. Eine derart schwammige Darstellung der Tatbestände bestärkt ein Narrativ von Seiten der Polizei, den Einsatz zu rechtfertigen, ohne den tatsächlichen Umständen gerecht zu werden. Bei den sichergestellten Datenträgern handelt es sich unter anderem auch um unsere Kassensysteme und Kartenzahlungsgeräte sowie die privaten Handys derjenigen Kolleg*innen, die an diesem Abend Schicht hatten.
Als City Club Kollektiv möchten wir aber auch auf die positiven Aspekte des Abends hinweisen, soweit davon die Rede sein kann. Menschen, die draußen vor Ort waren, nahmen jene, die aus den Kontrollen rauskamen, in Empfang, es wurde sich umeinander gekümmert und Menschen, die unter Schock standen, soweit wie möglich – trotz mangelnder psychischer Betreuung von Seiten der Einsatzkräfte – von den Umstehenden aufgefangen. Eine spontane Kundgebung in Solidarität mit dem CC und linken Subkulturorten im Allgemeinen fand während des Einsatzes friedlich nahe des Hauses mit mehreren Dutzend Teilnehmenden statt. Mit Songs und Rufen in Richtung der Menschen, die im Haus festgehalten wurden, wurde so spontan Unterstützung signalisiert. Auch ein Crowdfunding wurde noch in der Nacht durch Lisa McQueen, Freundin des City Clubs und Vorständin des Schöne Felder e.V., ins Leben gerufen und von mehreren hundert Menschen unterstützt.
"So schlimm, schockierend und unverständlich diese Aktion gerade für uns ist, berührt es uns auch zutiefst, wie viel Solidarität und Unterstützung es in Augsburg und darüber hinaus für uns und diesen Ort gibt. Wir hätten nie gedacht, dass sich so schnell noch in der Nacht so viele Menschen für uns einsetzen, spenden, Beiträge auf Social Media teilen,… Das bestärkt uns auch darin, nicht aufzugeben, weiterzukämpfen für den City Club und die Subkultur in Augsburg. Jede Stadt braucht Räume, in denen sich Menschen vernetzen können, sich aufgehoben fühlen, austauschen und Kultur erleben dürfen – vor allem im Kontext immer stärker werdender ultra-konservativer und reaktionärer Tendenzen. Und am Ende zeigen Aktion wie diese auch: Es wird immer Menschen geben, die für genau diese Räume kämpfen!" – City Club / Svenja Tietze, Mitarbeiterin
Kontaktperson für Rückfragen: Svenja Tietze (Mitarbeiterin), presse@cityclubcafe.de


Konrad-adenauer-Allee 9
86150 augsburg
CAFÉ mi – so ab 18 Uhr
CLUB mi ab 23.00 Uhr
fr sa ab 23.30 Uhr